Langeweile ist gefürchtet und verpönt und wir versuchen ihr rasch zu entkommen. Damit tun wir uns aber eventuell keinen Gefallen. Warum das so ist und was Langeweile sonst noch zu bieten hat, darum geht es in diesem Blogbeitrag. 

Langeweile ist eigentlich ein Zustand des Abgetrennt-Seins. Abgetrennt vom gegenwärtigen Augenblick und von uns selbst. Das ist es was langweilig ist. Und das alleine ist schon unangenehm. Niemand geniesst es sich selbst fern zu sein. Um dem zu entkommen suchen wir nach Sinneseindrücken, Stimulation, Aktivität. Aber wir tun uns nichts Gutes, wenn wir uns weiter ablenken, anstatt nach innen zu gehen. 

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Menschen kreativer werden, wenn sie zuerst eine langweilige Tätigkeit ausführen. Durch Langeweile kann sich der Raum des Geistes öffnen und die gewohnten Bahnen verlassen. Ander Studien haben gezeigt, dass Menschen altruistischer werden (!) Wenn sie sich langweilen. Es heisst in diesen Studien, dass dadurch der Wunsch, dem Leben durch altruistische Handlungen Bedeutung zu geben, steigt. Langeweile führt auch dazu dass wir über unser Leben und unsere Prioritäten reflektieren. Das führt dazu, dass wir unser Leben befriedigender gestalten können, heisst es in einer weiteren Studie. Außerdem wird vermutet, dass Langeweile notwendig ist um glücklich zu leben. Denn konstante Stimulation führt letztendlich zu einer Erschöpfung bei der kaum noch etwas der Langeweile entgegenwirken kann. 

Langeweile kann also ein Katalysator sein um zu erkennen, dass etwas nicht passt, oder dass es Zeit ist die gewohnten Bahnen, die Komfortzone zu verlassen. Es ist nicht die Langeweile die tödlich ist, es ist die Unverbundenheit mit sich selbst. 

Langeweile kann auch mit der Routine kommen. Wir schalten auf Automat und sind gelangweilt. Wir empfinden die Welt als monoton und unbefriedigend. 

Gleichzeitig können monotone Tätigkeiten, wie eine Meditation sein und uns tief in Kontakt zu uns selbst bringen.

Es geht oft um den kleine Aufwand, der notwendig ist um wieder in den Flow zu kommen, wo wir so sehr im gegenwärtigen Augenblick aufgehen, dass wir die Zeit ganz und gar vergessen.

Wie beim Ritual zum Beispiel, einer immer wiederkehrend Tätigkeit, die einem genauen Ablauf folgt. Manche Rituale gibt es seit Jahrhunderten… Wir übernehmen sie von unseren Ahnen. Rituale können immense Kraft besitzen. Und es gehört dazu, dass wir sie nicht einfach so verändern können (sie können sich natürlich entwickeln, aber nur durch das Meistern des Rituals). Es ist die bewusste Wiederholung, die dem Ritual immer mehr Kraft verleiht.

Rituale (egal ob Gebet oder gewöhnliches Badezimmerritual) können uns mit der geheimen Ebene der Langeweile verbinden.

Auf dieser Ebene ist Langeweile der Raum der Potentiale. Wenn wir diesen betreten verbinden wir uns mit der Energie der Potentiale, mit dem was möglich ist. Wir öffnen die Kanäle für die schöpferische Energie, so dass diese in uns und durch uns wirken kann. 

Diese ist eine Art erfüllter Langeweile. Dadurch ist sie, in gewisser Weise, grundsätzlich anders als die äußere Langeweile. Sie ist nicht unangenehm. Wir können einfach da sein und Löcher in die Luft schauen. Wir können tagelang (äußerlich) nicht viel tun und dann in kurzer Zeit höchst produktiv sein. Dennoch gehört alles zum Prozess. Es ist wie der Fluß des Atems: Einatmung und Ausatmung gehören zusammen. Nur wenn wir gut ausatmen, können wir auch wieder gut einatmen. Wir gehen tief nach innen bis zu dem Ort wo alles verschwimmt… Wo der Quantum-Jazz beginnt. Und beginnen dann von dort heraus zu Leben.

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