Vor einigen Monaten habe ich damit begonnen mein Smartphone, wenn ich tagsüber unterwegs war, zuhause zu lassen. Ich bin dabei einem vagen Unwohlsein gefolgt: einem Gefühl nicht mehr selbstbestimmte Nutzerin zu sein. Das Gerät schien mir fast einen eigenen Willen zu haben. 

Und dieses Gefühl, ist gar nicht so abwegig! Das habe ich in meinen darauf folgenden Recherchen herausgefunden. Sowohl Smartphones selber, als vor allem die Anwendungen, die wir verwenden, sind mit atemberaubender, punktgenauer Zielsicherheit so entwickelt worden, dass sie bei uns ein Suchtverhalten hervorrufen. 

Das wirft viele Fragen auf in Bezug darauf, was das mit uns macht. Ich möchte mich hier auf eine konzentrieren: Was macht es mit unserer Kreativität / Schöpferkraft? 

Kreativ sein – das eigene Leben gestalten meine ich damit – bedarf einiger grundlegenden Dinge. Kreative Menschen leben in Kontakt zu den tiefen Wassern ihrer Seele. Kreative Menschen kultivieren den Raum in dem Ideen, Eingebungen, Visionen und Träume aufsteigen können.

Kreativität kann durch das Internet stimuliert werden. Und die Stimulation die wir online erhalten, kann unsere Kreativität verkümmern lassen. Denn wir brauchen eben diese inneren Räume um kreativ zu leben. Wir brauchen tiefen Selbstkontakt um in unserer SchöpferInnenKraft zu leben. Und diese kommen vor allem mit dem alleine sein, alleine mit sich und den eigenen Gedanken. Und mit der Muße. 

Wenn wir ständig erreichbar sind, immer zwischendurch unsere Mails checken usw. können diese Momente nicht entstehen. Und damit wieder zurück zum Design: Gegenwärtig sind Internet und internet-basierte Anwendungen so gestaltet, dass sie uns so oft und so lange wie möglich online halten. Das muss nicht so sein – diese Art von Design – meine Ich.

Digitaler Minimalismus – eine Philosophie der Technologienutzung bei der wir uns auf sorgfältig ausgewählte Anwendungen und Dienste beschränken – ist sicherlich eine notwendige Antwort auf die Überflutung der die meisten von uns ausgesetzt sind. Minimalismus – und so auch digitaler Minimalismus – ist keine Philosophie der Entsagung rein um des Verzichts willen. Es heisst weniger ist mehr, wir verzichten also ganz bewusst auf etwas bestimmtes, weil wir mehr von etwas anderem haben wollen. Z. B. mehr Kreativität, Schöpferkraft, mehr Vision und kreatives Träumen.

Das Internet könnte einer unserer größten verbündeten sein für Co-Kreation, kollektive Intelligenz und kollektive Evolution. Ich wünsche uns sehr, dass sich diese Qualitäten online manifestieren – in Ansätzen tun sie es ja auch! Aber großteils formen eine Handvoll Tech-Businesses die online-Welt nach ihren eigenen (low vibes) Interessen. Daher ist es für den gegenwärtigen Augenblick sicher notwendig, uns der Dynamiken die online herrschen bewusst zu sein und selbstbestimmt unseren Umgang damit gestalten. Individuelle formen von digitalem Minimalismus sind sicher genauso gefragt wie neue Konzepte der online Co-Kreation. Denn wir brauchen unsere Kreativität und unsere Schöpferkraft um gemeinsam eine kollektive Evolution zur Emergenz* zu bringen. 

Wie wir ganz konkret vorgehen können, um das eigene Leben auch online erfüllend zu gestalten, darum geht es in den Videos die unten verlinkt sind.

*Emergente Eigenschaften sind Eigenschaften die sich nicht aus den Einzelteilen eines Systems erklären lassen. Es sind Eigenschaften die einzig und alleine durch das Zusammenwirken einzelner Teile eines Systems in Erscheinung treten. Sie sind nur bedingt vorhersagbar.

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SOUL.Sparks

Funken für die persönliche und kollektive Evolution.

Immer zu Neu- und Vollmond.

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